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Der Nachtwächter Claas und seine Frau Marie

Am 20. März 2016 war es wieder soweit, die Mikado-Spaziergangsaison ist eröffnet. Pünktlich um 17.15 Uhr trafen 15 Menschen und 6 Hunde am Marktplatz vor dem Rathaus ein. Dabei waren: Susanne, Bernd mit Linus; Katy mit Louis; Yvonne, Herta mit Zuma; Petra mit Ravi; Hinrich, Kilian mit Oscar; Andreas, Kerstin mit Lucy; Daniela; Karina; Ina; Torsten und Sabine.

Um 17.30 Uhr kam dann der Nachtwächter „Claas“ mit seiner Laterne dazu. „Hört Ihr Leute, lasst Euch sagen, diesen Rundgang sollt Ihr wagen. Ihr hört Interessantes aus alten Tagen, auch manch frohe Stund wird Euch schlagen.“ Mit dem 17 Uhr- Lied, bei trocknendem, sonnigen Wetter begann unsere Führung durch die Altstadt Lüneburgs.

An der Bardowicker Mauer wurden uns die ehemaligen Stallungen und das Gefängnis gezeigt und über die Mauer berichtet. Weiter ging es zur Ratsbücherei (ein ehemaliges Kloster). Hier wurde deutlich gemacht wie Reich Lüneburg durch sein Salz wurde, damit es jeder sehen konnte, wurde das Rathaus so groß gebaut wie es auch jetzt noch ist. Plötzlich schrie eine Frau nach Claas! Seine Frau Marie suchte ihn und kam mit ihrem Besen um die Ecke. Kurz vor unserer Gruppe machte sie halt und wurde leiser, da sie am Anfang doch etwas Respekt vor der Anzahl von Hunden hatte. Jedoch nach einer Leckerli Runde, die Marie verteilte, stellte sie fest dass alle ganz lieb und erzogen waren. Sie suchte Claas, denn der sollte schnell in seiner Kneipe zur Hilfe eilen und danach sich um die Olsche (Oma)kümmern.

Ab da an führte uns Marie weiter und erzählte nicht nur etwas über Lüneburg, sondern auch davon wie die Menschen hier früher lebten. „Auf dem Meere“ wurden uns die schiefen Häuser gezeigt, die von dem Salzabbau abgesackt waren. Weiter ging es „Hinter dem Brunnen“ bis „Am Iflock“ (Efeustraße). Dort stand das Haus des Nachtwächters und seiner Frau. Hier lebten sie mit 6 Kindern, 2 Enkelkindern, der Oma und der Untermieterin (die der Claas ganz nett fand). Da kam Claas mit einer Runde Schnaps aus dem Haus und Marie verteilte noch Leckerlies an unsere Vierbeiner. (Langsam wurde es auch dunkel und kalt)

Nachdem alle versorgt waren gingen wir gemeinsam zur Michaeliskirche und verweilten auf dem Johann-Sebastian-Bach-Platz (vor dem Kircheneingang). Class berichtete, dass Lüneburg an Reichtum verlor, weil keiner mehr das Salz abnahm, aber die Kirche noch viel Gold hatte, bis sie Opfer eines der spektakulärsten Kunst- und Kirchenraube aller Zeiten wurde. Der Räuber Nickel List stahl am 06.03.1698 das teuerste Kunstwerk der Kirche „ Die goldene Tafel“. List war im 17. Jahrhundert so berühmt wie AL Capone oder John Dillinger im 20. Jahrhundert.

Von der St. Michaeliskirche ging es zurück in die Straße „Auf dem Meere“, wo wir in mehrere alte Häuser hinein schauen durften (aber nur wenn die Vorhänge auf sind und das Licht brennt). Dort konnte man eine alte Deckenmalerei bewundern. Als wir die Kreuzung zur „Neue Straße“ erreichten berichtete Claas uns, was früher in dieser Straße für ein reger Verkehr (Hurenviertel) gewesen ist. Über die „Untere Ohlingerstraße“, durch die „ Katzenstraße“ und über die Straße „An der Münze“ gelangen wir zurück zum Rathaus, wo die Führung mit dem Abschluss – Lied und Leckerli Runde zu Ende ging. Gut gelaunt und leicht durchgefroren, verabschiedeten wir uns mit etwas mehr Wissen über Lüneburg und dem früheren Leben der Lüneburger.

 

Kerstin mit Lucy